Grundschulpädagogische Forschung

Grundschule der Zukunft 2.0

 

Projektleitung
Prof. Dr. Juliane Schlesier

Projektkoordination
Dr. Sabrina Förster

Projektmitarbeitende
Meta Laubinger (Studentische Mitarbeiterin), Cornelia Haupt (Ehrenamtliche Mitarbeiterin)

Projektlaufzeit
seit 2026 (Transfer und Weiterentwicklung des Projekts „Grundschule der Zukunft“)

Förderer
KNIPEX, Stiftung Lernen durch Engagement, Bergische Universität Wuppertal

Grundschule der Zukunft 2.0

Mit dem Projekt „Grundschule der Zukunft 2.0“ wird ein innovatives Lehr-Lern-Format der Lehrkräftebildung in die Region Wuppertal übertragen und weiterentwickelt. Das Projekt verbindet Lehrkräftebildung, Schulentwicklung und gesellschaftliches Engagement im Sinne universitärer Third Mission.

Im Zentrum steht der Ansatz „Lernen durch Engagement“ (LdE), eine international etablierte Service-Learning-Methode. Lehramtsstudierende arbeiten gemeinsam mit Grundschulkindern in kleinen Teams an gemeinnützigen und nachhaltigen Projekten, die konkrete Bedarfe der Schulen und ihres Umfelds aufgreifen.

Dabei profitieren alle Beteiligten:

  • Grundschulen erhalten Unterstützung bei schulischen Entwicklungsprojekten,
  • Kinder erleben Selbstwirksamkeit und aktive Mitgestaltung ihrer Lebenswelt,
  • Lehramtsstudierende sammeln frühzeitig praxisnahe Erfahrungen in Schule und Unterricht.

Das Projekt knüpft an erfolgreiche Umsetzungen an Grundschulen in Niedersachsen an und wird nun im Kontext der Wuppertaler Bildungslandschaft weitergeführt.

Das Projekt orientiert sich an den Qualitätsstandards von Lernen durch Engagement (LdE) (Schlesier et al., 2025; Seifert et al., 2019). Zentrale Elemente sind:

  • Bedarfsorientierung: In Gesprächen mit den Schulen werden zunächst konkrete Entwicklungsbedarfe identifiziert.
  • Curriculare Anbindung: Die Projekte werden mit Unterrichtsinhalten – insbesondere aus Sachunterricht und Deutsch – verknüpft.
  • Partizipation: Die Schüler:innen werden aktiv an Planung und Umsetzung beteiligt.
  • Kooperation: Engagementpartner, lokale Initiativen und schulische Akteur:innen werden in die Projektarbeit einbezogen.
  • Reflexion: Geplante Reflexionsphasen unterstützen die Verarbeitung der Erfahrungen der Schüler:innen.
  • Anerkennung: Das Engagement der Kinder wird durch Feedback, Präsentationen und Abschlussformate gewürdigt.

Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Universität und Grundschulen der Region.

Lehramtsstudierende entwickeln im Rahmen eines Seminars gemeinsam mit Grundschulklassen gemeinnützige und nachhaltige Projekte, die über mehrere Wochen vorbereitet und anschließend in Projekttagen umgesetzt werden.

Im Zentrum stehen Projekte, die sowohl soziale Verantwortung als auch schulische Entwicklungsprozesse fördern. Beispiele sind:

  • Anlage von Hochbeeten oder Naschobsthecken
  • Gestaltung von Schulhofbereichen
  • Bau von Insektenhotels oder Sitzgelegenheiten
  • Organisation eines schulischen Abschlussfestes
  • Dokumentation der Projekte durch Schüler:innen

Die Kinder planen und realisieren die Projekte weitgehend eigenständig, unterstützt durch Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und studentische Hilfskräfte.

Ziel ist es, soziale Kompetenzen, Persönlichkeitsentwicklung und Motivation der Schüler:innen zu stärken sowie Lernprozesse durch praktische Anwendung zu fördern.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Untersucht werden unter anderem:

  • sozio-emotionale Schulerfahrungen
  • Selbstkonzept und soziale Integration
  • Motivation und emotionale Erfahrungen beim Lernen
  • ausgewählte fachliche Kompetenzen (Lesen)

Hierfür wird ein Interventions-Kontrollgruppen-Design eingesetzt, um Effekte des Engagement-basierten Lernens empirisch zu untersuchen.

„Grundschule der Zukunft 2.0“ verbindet universitäre Forschung, Lehrkräftebildung und schulische Praxis. Das Projekt fördert eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen Universität, Schulen und gesellschaftlichen Akteur:innen.

Die entwickelten Maßnahmen bleiben häufig dauerhaft an den Schulen sichtbar – etwa durch neu gestaltete Schulhöfe, Lernorte oder gemeinschaftliche Projekte – und tragen so zur nachhaltigen Schulentwicklung bei.

Gleichzeitig erhalten Lehramtsstudierende frühzeitig Einblicke in schulische Praxis und erleben ihre zukünftige berufliche Rolle in realen Handlungssituationen.

Der Ansatz besitzt ein hohes Transferpotenzial für andere Schulen und Bildungsregionen.

  • Third-Mission-Ehrenamtspreis 2025 (BUW; 1. Platz, dotiert mit 5.000€), weitere Infos hier.
  • Preis der Lehre 2024 (UGO), Kategorie Beste Lehrveranstaltungsevaluation (ab 40 Teilnehmer:innen). Weitere Infos hier.
  • Hochschulperle des Monats November 2024 (Stifterverband) für das Projekt "Grundschule der Zukunft – gemeinnützig, nachhaltig und kreativ lernen mit Engagement". Weitere Infos hier.

  • waterboelles (18.03.2026): Von Vertrauen und Wertschätzung geprägt. Weitere Infos finden Sie hier.
  • Westdeutsche Zeitung (16.03.2026): „Uni forscht zur Grundschule der Zukunft“ – Bericht über das Lehr-Lern-Projekt und seine Bedeutung für Schulentwicklung und Lehrkräftebildung. Weitere Infos finden Sie hier.
  • Die Stadtzeitung - das Magazin (16.03.2026): ‚Grundschule der Zukunft‘: Spannendes Lehr-Lernprojekt. Weitere Infos hier.
  • Transfergeschichten der Bergischen Universität Wuppertal. Weitere Infos finden Sie hier (17.03.2026) und hier.
  • Impressionen des Third-Mission-Ehrenamtspreises 2025 der Bergischen Universität Wuppertal. Weitere Infos finden Sie hier.
  • Nordwest-Zeitung (NWZ): So könnte die Grundschule der Zukunft aussehen, 28.06.2024: Link zum Artikel.
  • UNI INFO Magazin: Lernen, ohne es zu merken, Juli 2024, S. 9. Link: https://www.presse.uni-oldenburg.de/uni-info/2024/3/uni-info-2024-03-es.pdf

Beiträge mit double-blind peer review (*)

Schlesier, J., & Förster, S. (2026, angenommen). „Das ist so die beste Vorbereitung, die man haben kann“ – Qualitative Einblicke in die Professionalisierung angehender Lehrkräfte durch das Service-Learning-Projekt ‚Grundschule der Zukunft‘. Future & Education, 32/2026.

*Schlesier, J. & Hoferichter, F.& Kracht, F. (2025). „Lernen durch Engagement” (LdE) als Ansatz zur Förderung sozio-emotionaler Schulerfahrungen: Ergebnisse einer Interventionsstudie in der Grundschule. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 28(2), 499-528. https://doi.org/10.1007/s11618-025-01305-3

Schlesier, J. (2024). Lehren und Lernen durch Engagement in der Grundschule. Poster zum Preis der Lehre 2024 (UGO), Kategorie Beste Lehrveranstaltungsevaluation. Universität Oldenburg. Weitere Infos hier.