VOICES
Demokratiebildung gehört zum Bildungsauftrag von Schulen und rückt damit auch immer mehr in den Fokus von Grundschulen. Demnach werden Kinder spätestens mit Eintritt in die Grundschule mit Leitlinien der Demokratie vertraut und lernen demokratische sowie menschenrechtliche Prinzipien, Werte und Normen kennen (Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz, 2024). Nach dem Verständnis von Demokratie als Lebensform (Himmelmann, 2016) beginnt die demokratische Entwicklung bereits auf dieser individuellen Ebene. Gleichzeitig bringen Kinder unterschiedliche Grundbedürfnisse wie das Bedürfnis nach Eingebundenheit, Kompetenzerleben und Autonomie mit (Deci & Ryan, 2020), die die Entwicklung der genannten Prinzipien beeinflussen könnten.
Die drei Nachwuchswissenschaftler*innen Florian Monstadt, Fabian Schächt und Anne Kosubek der Bergischen Universität Wuppertal haben sich zur Aufgabe gemacht, genau diesen Zusammenhang empirisch zu untersuchen: Inwieweit stehen die Grundbedürfnisse nach Eingebundenheit in die Klassengemeinschaft, Kompetenzerleben und Autonomie in Zusammenhang mit der Entwicklung der demokratischen Einstellungen und Werte von Grundschüler*innen? Welche Bedeutung spielen hierbei die sozialen Beziehungen der Kinder zu Ihren Mitschüler*innen und Lehrer*innen? Erleben Kinder mit ausgeprägten demokratischen Werten eine stärkere Selbstwirksamkeit, mehr Freude oder mehr Angst im Schulalltag? Diese Fragen sollen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt untersucht werden, welches im April mit Unterstützung der drei Professorinnen Claudia Schuchart, Juliane Schlesier und Sabine Glock der Bergischen Universität in Wuppertal startet.
Im Rahmen des Projekts sollen bis zu 300 Dritt- und Viertklässler*innen an unterschiedlichen Grundschulen in Nordrhein-Westfalen zu zwei Messzeitpunkten hinsichtlich ihrer demokratischen Einstellungen, ihrer Beziehung zu Mitschüler*innen und Lehrer*innen sowie ihrer Motivation und ihren erlebten Emotionen in der Schule mittels eines etwa 45-minütigen Fragebogens befragt werden. Im Sinne der Lehrkräfteausbildung werden bis zu 50 Studierende des Master-Studiengangs „Lehramt Grundschule“ im Rahmen ihres Studiums dieses Projekt begleiten, indem sie Schüler*innen und Lehrkräfte unterschiedlicher Schulen für die Datenerhebung besuchen und die Auswertung der gesammelten Daten unterstützen. Teilnehmende Schulen haben im Anschluss die Möglichkeit einer Rückmeldung über Ergebnisse des Forschungsprojekts und können diese zur organisatorischen Weiterentwicklung demokratischer Einstellungen, motivationaler sowie emotionaler Aspekte ihrer Schüler*innen nutzen.
Kontakt
Interessierte Grundschulen, die an diesem Forschungsprojekt teilnehmen möchten, können sich gerne bis Freitag, den 27.03.2026, an eine der folgenden Personen der Bergischen Universität Wuppertal wenden:
- Florian Monstadt: monstadt[at]uni-wuppertal.de, +49 202 439-60133
- Fabian Schächt: schaecht[at]uni-wuppertal.de, +49 (0)202 439-60059
- Anne Kosubek: anne.kosubek[at]uni-wuppertal.de, +49 (0)202 439-60056